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Unfall an Bord einer Fähre: So holen Sie Hilfe

Nach einem Unfall an Bord ist die Besatzung die erste Anlaufstelle. Melden Sie sofort, was geschehen ist und wo Hilfe gebraucht wird. Nennen Sie Deck, Bereich und einen gut erkennbaren Orientierungspunkt; bei unmittelbarer Gefahr sagen Sie das gleich dazu. Ein gekennzeichneter Rufknopf oder ein Bordtelefon kann den Kontakt herstellen. Wenn keines erreichbar ist, sprechen Sie ein Crewmitglied an oder lassen Sie eine andere Person Hilfe holen.

Fährcrew spricht mit einem Fahrgast in der Passagierlounge Ein Crewmitglied spricht ruhig mit einem sitzenden Fahrgast in einer hellen Passagierlounge einer Fähre. Foto: OpenAI image generation

Erste Schritte am Unfallort

Achten Sie zunächst auf Ihre eigene Sicherheit und auf Gefahren, die weitere Personen verletzen könnten. Warnen Sie Mitreisende vor einer rutschigen Stelle, Glasscherben oder einem blockierten Durchgang und halten Sie den Zugang für die Besatzung frei, sofern das gefahrlos möglich ist. Folgen Sie den Anweisungen der Crew, die den Bereich sichern und erforderliche Hilfe organisieren kann.

Bleiben Sie bei der verletzten Person, wenn dies sicher ist, und sprechen Sie ruhig mit ihr. Sagen Sie der Besatzung, ob die Person ansprechbar ist und welche Beschwerden oder sichtbaren Verletzungen Sie bemerken. Vermeiden Sie unnötige Bewegungen, besonders bei möglicher Verletzung an Kopf, Nacken oder Rücken, und alarmieren Sie gleichzeitig die Besatzung. Ist die Person bewusstlos, aber atmet normal, bringen Sie sie – sofern keine Verletzung dies verhindert und Sie es sicher können – in die stabile Seitenlage und beobachten Sie die Atmung. Atmet sie nicht normal, beginnen Sie sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen, soweit Sie dazu in der Lage sind, und lassen Sie die Crew ohne Unterbrechung alarmieren. Bei einer unmittelbaren Gefahr hat das Entfernen aus dem Gefahrenbereich Vorrang; folgen Sie den Anweisungen der Besatzung.

Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot, starker Blutung, starken Schmerzen oder rascher Verschlechterung alarmieren Sie die Crew ohne Verzögerung. Gehen Sie nicht allein mit einer verletzten Person durch Treppen oder belebte Bereiche, wenn ihr Zustand dadurch gefährdet werden könnte. Andere Fahrgäste können helfen, indem sie den Weg freihalten oder ein Crewmitglied zum genauen Ort führen. Fotografieren oder filmen Sie die verletzte Person nicht; schützen Sie ihre Privatsphäre.

Den Ort und den Ablauf genau beschreiben

Auf einem großen Schiff reicht „im Restaurant“ möglicherweise nicht, um den Unfallort schnell zu finden. Ergänzen Sie die Decknummer, den Namen des Bereichs, eine nahe Treppe, einen Aufzug oder ein Schild. Falls Sie den Bereich nicht verlassen können, beschreiben Sie, von welchem Zugang aus die Crew zu Ihnen gelangen kann.

Schildern Sie anschließend nur, was Sie selbst beobachtet oder gehört haben: ungefährer Zeitpunkt, Ablauf, betroffene Personen und eine mögliche Gefahrenquelle. Trennen Sie eigene Beobachtungen von Vermutungen. Haben Sie den Sturz nicht gesehen, sagen Sie, dass Sie die Person erst danach gefunden haben. Teilen Sie mit, ob weitere Personen beteiligt waren oder eine Gefahr fortbesteht. So kann die Besatzung die Lage einschätzen, ihre Maßnahmen dokumentieren und bei Bedarf weitere Unterstützung anfordern.

Wenn Sie selbst betroffen sind

Melden Sie auch Beschwerden, die zunächst leicht wirken, sich aber verstärken oder Ihre Bewegungsfähigkeit einschränken. Nennen Sie der Crew, wo Sie sich befinden und ob Sie allein reisen. Eine Begleitperson kann bei Ihnen bleiben, während ein anderes Crewmitglied Hilfe holt. Halten Sie Kabinennummer oder Buchungsunterlagen bereit, wenn sie unmittelbar greifbar sind; die Meldung darf dadurch nicht verzögert werden.

Bei einer Fährreise mit dem Auto sind Fahrzeugdecks während der Überfahrt häufig für Passagiere geschlossen. Gehen Sie nach einem Unfall nicht eigenmächtig zum Fahrzeug zurück. Fragen Sie die Besatzung, wenn dort persönliche Gegenstände, Medikamente oder benötigte Hilfsmittel liegen. Legen Sie Medikamente und benötigte Hilfsmittel vor dem Boarding in eine Bordtasche, da das Fahrzeugdeck während der Fahrt geschlossen sein kann.

Nach der Versorgung: Angaben festhalten

Wenn die akute Situation geklärt ist, notieren Sie zeitnah Datum, ungefähre Uhrzeit, Schiff, Deck und den Ablauf in eigenen Worten. Fragen Sie die Besatzung, wie Sie eine ergänzende Meldung einreichen können und ob es eine Vorgangs- oder Referenznummer gibt. Namen und Kontaktdaten von Zeugen halten Sie nur mit deren Einverständnis fest. Bewahren Sie Buchungsbestätigung, Belege und relevante Korrespondenz auf. Beschreiben Sie Verletzungen und Schäden sachlich und bewahren Sie medizinische Unterlagen für Ihre eigenen Nachweise auf.

Welche Ansprüche nach einem Unfall in Betracht kommen, richtet sich nach Umständen, Reiseroute und anwendbaren Vorschriften. Für bestimmte Schiffsreisen erläutert die EU Fahrgastrechte bei Reisen mit dem Schiff, einschließlich der Rechte bei Verletzungen und Schäden. Ob die Regeln greifen, hängt unter anderem davon ab, wo das Schiff registriert ist, wo der Beförderungsvertrag geschlossen wurde und welche Häfen die Route umfasst. Halten Sie deshalb den Reisevertrag und die tatsächliche Route fest, wenn Sie Ansprüche prüfen lassen.

Häufige Fragen

Muss ich einen Unfall an Bord melden?

Melden Sie der Besatzung Verletzungen, Beschwerden und Gefahrenstellen. Sie kann den Ort sichern, die notwendige Hilfe organisieren und den Vorfall aufnehmen.

Soll ich eine verletzte Person bewegen?

Vermeiden Sie unnötige Bewegungen und alarmieren Sie die Besatzung. Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung kann die stabile Seitenlage nötig sein, sofern keine Verletzung dagegenspricht; bei nicht normaler Atmung beginnen Sie sofort mit Wiederbelebung, soweit Sie dazu in der Lage sind.

Was mache ich, wenn ich kein Crewmitglied sehe?

Nutzen Sie ein gekennzeichnetes Rufsystem oder Bordtelefon, wenn eines erreichbar ist. Bitten Sie sonst Mitreisende, die Besatzung zu holen, und nennen Sie Deck sowie einen auffälligen Orientierungspunkt.

Was sollte ich nach dem Vorfall notieren?

Halten Sie Zeitpunkt, Ort, den selbst beobachteten Ablauf und eine mögliche Referenznummer fest. Kennzeichnen Sie klar, was Sie gesehen haben und was Sie nur vermuten.